Diwan 2008

 

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DIWAN - Eine arabische Lesereise

 

DIWAN

Eine arabische Lesereise

Einmal pro Monat an einem Donnerstag oder Freitag
20 bis 22 Uhr - Lesung um 20:15 Uhr

im Kulturzentrum Galerie Arabeske

nächster Termin : Freitag, 24. Februar 2012

Terminvorschau 2012

 

An jedem DIWAN-Abend sind unsere Vereinsräume ab
19:30 Uhr geöffnet und bieten allen Interessierten die Möglichkeit in orientalischer Kaffeehaus-Atmosphäre bei Tee, Kaffee und kleinen Köstlichkeiten, und natürlich bei einer Wasserpfeife, zusammen sein zu können, neue Menschen kennenzulernen, miteinander zu reden oder einfach nur arabischer Musik zu lauschen.
Um 20:15 Uhr  wird dann aus der reichhaltigen Welt der arabischen Literatur zu einem monatlich neuen Thema gelesen (auf Deutsch). Auch die Arabische Musik ist ein wichtiges Thema unserer DIWAN-Abende. Ende der Veranstaltung ist jeweils gegen 22 Uhr.

An diesem ersten DIWAN des Jahres, am 13. Januar 2012,
„entführen“ uns unsere Freunde und Mitglieder Gisela Kerntke und Dieter Dumont nach Usbekistan, in das „Herz Zentralasiens“ und in das Land der Ornamentik, das sie im Mai 2011 bereisten.

Zahlreiche Bilder und ihre Reiseberichte lassen uns teilhaben an dieser besonderen Begegnung mit der „Perle der ehemaligen großen Seidenstraßen“ – wir begeben uns in die Städte Taschkent und nach Samarkand, dem einstigen Zentrum der islamischen Zivilisation; nach Buchara, der alten Hauptstadt der Emire, des Handels und des Islams, und nach Chiwa, inmitten mächtiger Wüsten mit ihren eindrucksvollen Architekturdenkmälern und Sehenswürdigkeiten.

Die unterschiedlichen Ausdrucksformen der Ornamentik, die als Kunstform und im Handwerk in Usbekistan heute noch eine traditionelle Rolle spielen, sind Zeugnisse der großen Blütezeit von Handel, Architektur, Wissenschaft und Religion.

 

Am DIWAN, am 25. November 2011, stellte Sabine Schmidt das Buch "Erzähl mir vom Paradies" des algerischen Autors Boualem Sansal vor. Einführung und Diskussion - Ammar Braik und Nadja Madani.

Boualem Sansal erhielt in diesem Jahr bei der Frankfurter Buchmesse den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Anlass für die Freunde Arabischer Kunst und Kultur, das Werk des algerischen Schriftstellers vorzustellen und seine Stellung unter den kritischen Autoren näher zu durchleuchten.

Sein Roman „Erzähl mir vom Paradies“ erzählt aus dem Leben der unterschiedlichen Besucher der "Bar des Amis" in Algier, Treffpunkt einer fröhlichen Truppe: ein Schriftsteller, ein alter Widerstandskämpfer, ein Verliebter, Doc Tarik und andere. Bei Zigarettenrauch und endloser Trinkerei kursieren die unglaublichsten Geschichten. Hier wird Algerien neu erfunden: Zwischen Traum, Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht und dem Elend des Alltags - längst weiß man nicht mehr, was wohin gehört. Die nackte algerische Wahrheit klingt so irreal, dass niemand sie glauben würde. Zum Beispiel die Geschichte von Tarik, dem Arzt, dessen Erlebnisse vom Kampf gegen die Cholera und Krankenhausverwaltung über Begegnungen mit der Staatssicherheit und Gefängnis dorthin führen, wo die Welt zuende ist. Tariks Bericht wird zu einer Bestandsaufnahme des heutigen Algerien zwischen Farce und Alptraum ... " (Auszug/Klappentext)

Boualem Sansal, geboren 1948 in Teniet el Had in Algerien, studierter Ingenieur und Ökonom war bis zu seiner Entlassung im Frühjahr 2003 Direktor im algerischen Industrieministerium.
Für sein Debüt „Le Serment des Barbares“ erhielt er in Frankreich 1999 den Prix du Premier sowie weitere Auszeichnungen  (u. a. „Michel-Dard-Literaturpreis“).
Bis 2006 folgten vier weitere Romane, die alle ins Deutsche übersetzt wurden. Nach der Veröffentlichung seines „Journal intime et politique, Algérie 40 ans après“ (Persönliches und Politisches Tagebuch, Algerien, 40 Jahre danach) und seiner Kritik an den algerischen Zuständen wurde Sansal im Ministerium gekündigt.
Seit er ausschließlich als Schriftsteller tätig ist, beschäftigt sich Sansal vorwiegend mit historischen Stoffen. Wie sein episches Erzählwerk über die Epoche der Berber-Herrschaft  mit „Le serment des barbares“ (Der Schwur der Barbaren) und sein Roman „Le village de l’allemand ou Le journal des frères Schiller“ (Das Dorf des Deutschen oder das Tagebuch der Brüder Schiller), das von der Beteiligung eines früheren deutschen Nazis an der Ausbildung der Befreiungsbewegung FLN im algerischen Unabhängigkeitskrieg erzählt und von den Auswirkungen des Bürgerkrieges der 1990er Jahre auf ein Dorf.

Sansal, der mit seiner Familie in der Nähe von Algier lebt, meldet sich auch zu Wort mit Essays, Briefen und Interviews auch aus Anlass des arabischen Frühlings – allerdings nur auf Französisch.

Auswahl deutschsprachiger Ausgaben: Das verrückte Kind aus dem hohlen Baum - Der Schwur der Barbaren - Erzähl mir vom Paradies - Harraga - Das Dorf des Deutschen oder das Tagebuch der Brüder Schiller.

   

Unser Mitglied Gisela Kerntke hat am DIWAN-Abend,
am 19. August 2011, den zweiten Roman "Die Orangen des Präsidenten" von Abbas Khider vorgestellt. Ein Werk, das stark mit der "Arabischen Revolution", deren Ursachen und der Frage, ob es "nur viel Geduld braucht, bis die Freiheit sich durchsetzt" verbunden ist - ein Thema, das den Alltag vieler inzwischen stark beeinflusst.
Der in Deutschland lebende und in deutscher Sprache schreibende Iraker beschwört in seinem zweiten Roman die Schrecken von Saddam Husseins Regime. Abbas Khider kennt die politischen Verhältnisse in den arabischen Ländern gut und war selbst dabei, als auf dem Tahrir-Platz demonstriert wurde. Nach Khiders eigenen Erfahrungen markieren die arabischen Revolten einen historischen Moment.
Mahdi Muhsin, der Erzähler aus diesem Roman, gerät Ende der 80er Jahre, am letzten Tag seiner Abiturprüfungen, zufällig in die Hände des irakischen Regimes und wird ohne Anklage oder Prozess in ein Gefängnis gesperrt und gefoltert. Permanent gedemütigt lassen Mahdi und seine Mithäftlinge die Folter über sich ergehen, flüchten sich in Wahnvorstellungen und müssen mit ansehen, wie einer nach dem anderen die Torturen nicht überlebt. Schlimmer als die Prügel ist der Hunger. Erst die amerikanischen Luftangriffe im Krieg um Kuwait bringen die Befreiung, die "überwältigend in ihrer Einfachheit" erst wieder erlernt werden will.

Mit lakonischer und ernster Sprache erzählt Abbas Khider von den Grausamkeiten in irakischen Gefängnissen. "Seine Darstellung berührt durch ihre Beiläufigkeit, die sich nicht zuletzt der schützenden Distanz der verwendeten Fremdsprache verdankt" (Tagesspiegel). In Rückblenden erfahren wir aus Mahdis jungem Leben mit behüteter Kindheit.

Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. 1996 floh er nach zweijährigem Gefängnisaufenthalt aus dem Irak und irrte vier Jahre als "Illegaler" durch verschiedene Länder. Seit 2000 lebt er in Deutschland, studierte Philosophie und Literaturwissenschaft in München und Potsdam. Zurzeit lebt er in Berlin. Sein erster Roman: "Der falsche Inder" wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

 

Am DIWAN-Abend, am 20. Mai 2011, hat unsere Vorstandsvorsitzende Nadja Madani-Moudarres den Roman "Chicago" des ägyptischen Autors Alaa al-Aswani vorgestellt und Gelegenheit zur weiteren Diskussion zu den heftigen Umwälzungen in vielen arabischen Ländern gegeben.

Der ägyptische Schriftsteller, Journalist und inzwischen führende Aktivist in der jungen Demokratiebewegung im Ägypten nach Mubaraks Abgang lässt auch in seinem Roman "Chicago"  kritisch und geistreich die unterschiedlichsten Milieus der ägyptischen Gesellschaft für den westlichen Leser lebendig werden - diesmal nicht in der Kairoer Altstadt, sondern an der Chicagoer Universität .
Auch Al-Aswanis zweiter Roman, deutsch im Baseler Lenos Verlag erschienen und "hervorragend übersetzt von Hartmut Fähndrich, ist ein fesselndes Stück arabischer Gegenwartsliteratur".
Alaa al-Aswani wurde am 26. Mai 1957 als Sohn des Anwalts und Schriftstellers Abbas al-Aswani in Kairo geboren. Er besuchte das französische Gymnasium und studierte in Kairo und Illinois (USA) Zahnmedizin. 1989 begann der Autor mit der Arbeit am Roman Jakubijân-Bau ("Imarat Ya'qoubian"), der 2002 auf arabisch erschien und für sehr großen Aufruhr sorgte (wurde bereits von Gudrun Sidrassi-Harth im DIWAN vorgestellt).
Al-Aswani schloss sich früh der Oppositionsbewegung "Kifaja" an, die die korrupten Eliten Ägyptens für die Misere im Land verantwortlich macht und damit den Staat und die religiösen Autoritäten herausfordert.
Zum Buch "Chicago":
"Ägypter fern der Heimat bilden das Hauptpersonal des Romans "Chicago" des ägyptischen Schriftstellers Alaa al-Aswani. Erneut arbeitet der Autor des Weltbestsellers Der Jakubijân-Bau mit einem einfachen, deswegen aber nicht weniger wirkungsvollen ästhetischen Trick. Hat er in seinem inzwischen auch erfolgreich verfilmten Romanerstling ein traditionsreiches Haus und seine Bewohner in der Kairoer Altstadt dazu genutzt, einen so spannungsgeladenen wie tabulosen Blick auf die zerrissene ägyptische Gesellschaft unserer Tage zu werfen, wendet er sich mit Chicago nun dem Problem des Aufeinanderstoßens unterschiedlicher Kulturen zu. Jene Menschen, deren Lebenswege das Buch für eine kurze Zeit begleitet, leben - teils schon Jahrzehnte - in der Fremde.
Es sind knapp 20 Personen, deren Schicksale der Roman miteinander verflicht - Professoren und Stipendiaten, deren Freunde und Rivalen, Ehefrauen und Geliebte, Kinder und all jene Angehörigen, die man in der Heimat zurückgelassen hat. Ihr Treffpunkt ist das Histologische Institut der Chicagoer Universität - ein Ort, den al-Aswani aus eigener Anschauung gut kennt, denn in Chicago hat der heute als Arzt, Journalist und Schriftsteller in Kairo Lebende einst Zahnmedizin studiert. Allerdings begrenzt der Roman seine Schauplätze nicht auf Hörsäle und Seminarräume. Schnell spannt er sein erzählerisches Netz aus über die gesamte ägyptische Diaspora in Amerika, bezieht Figuren jeglicher politischen Couleur mit ein und gipfelt in einem Besuch des Präsidenten Mubarak bei seinen Landeskindern jenseits des Atlantiks.

All das bietet Alaa al-Aswani reichlich Gelegenheit, mit Korruption und Liebedienerei, religiösen Fesseln und überholten Eheauffassungen, gesellschaftlichen Hierarchien und den Vorteilen, die ein schmieriger Opportunismus bringen kann, abzurechnen. So viel Ägypten- und Islamkritik aber auch in den Roman eingeflossen ist, zeigt das Scheitern jener Figuren, die sich scheinbar völlig von ihrem Herkommen gelöst und die westliche Lebensweise angenommen haben, aber doch, dass dies der falsche Weg ist. Und mit der Figur des Nâgi Abdalsamad, der als Einziger Ich sagen darf und eine Art Selbstporträt des Autors darstellt, wird zusätzlich für aktive Opposition und das Festhalten am Traum von einem demokratischen Ägypten plädiert."
Rezension aus: Poetenladen, Dietmar Jacobsen - 22.04.2008

 

Im Mittelpunkt des DIWAN-Abends, am
04. Februar 2011, standen Leben und Werk des syrischen Dichters Nizar Qabbani, der von Ammar Braik und unserer Vorstandsvorsitzenden Nadja Madani-Moudarres vorgestellt wurde.
Verschiedene Entwicklungungen und Lebensphasen des Dichters, verbunden mit einer Epoche, in der die arabische Gesellschaft mit entscheidenden politischen Entwicklungen konfrontiert wird, prägen sein Werk.
Nizar Qabbani (Damaskus 1923-1998 London) hatte als Dichter einen ähnlich wichtigen Stellenwert wie die "Großen" der arabischen Musikwelt. Er übermittelte Botschaften an sein Publikum und wurde teilweise zum Repräsentanten seiner Gesellschaft, der er seine Gedanken in einer einfachen, aber zugleich sehr lyrischen Sprache mitteilte, einer Sprache, die klassisch und eingängig war, in natürlichem Tonfall, mit einfachen Bildern und blumigen, doch unverblümten Worten.

 

Wir freuen uns über Ihren Besuch!
Eintritt: frei; Spenden für Tee, kleine Leckereien und angenehme Atmosphäre werden gern angenommen!


 

Termine: Einmal pro Monat an einem Donnerstag oder Freitag, 20 - 22 Uhr

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Termine 2012

  • 13. Januar 2012

Reise nach Usbekistan – das Herz Zentralasiens  und  Land der Ornamentik 

Termine 2011

  • 25. November 2011

Vorstellung des algerischen Autors Boualem Sansal

  • 19. August 2011

Der Roman "Die Orangen des Präsidenten" des deutsch-irakischen Schriftstellers
Abbas Khider

  • 20. Mai 2011

Der Roman "Chicago" des ägyptischen Schriftstellers
Alaa al-Aswani

  • 04. Februar 2011

Leben und Werk des syrischen
Dichters Nizar Qabbani

 

Terminvorschau 2012

Freitag, 24. Februar 2012:
DIWAN: Der arabische Frühling:
Vorstellung von Neuerscheinungen zu diesem Thema von Nadja Al Madani, Sabine Schmidt, Ammar Braik, Dr. Susan Hamadeh, Gisela Kerntke

Freitag, 23. März 2012:
DIWAN: Vorstellung des algerischen Autors Malek Haddad
durch Ammar Braik. Begrüßung und Einführung: Sabine Schmitt

Freitag, 27. April 2012:
Vortrag und eine Ausstellung über arabische
Kalligraphie Ismat Amiralai

Freitag, 25. Mai 2012:
DIWAN mit Nadja Al Madani: Literatur aus Saudi Arabien
Begrüßung und Einführung: Dr. Susan Hamadeh

Samstag, 16. Juni 2012:
Feier zum 10-jährigen Bestehen des Vereins
im Hof der Arabeske. Orientalisches Essen. Eintritt: 15 €/12 €

 

 

 

 Termine und Texte zu unseren DIWAN-Veranstaltungen der Jahre 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005 und 2004 finden Sie unter:
DIWAN 2010
DIWAN 2009
DIWAN 2008
DIWAN 2007
DIWAN 2006
DIWAN 2005
DIWAN 2004


Freunde Arabischer Kunst und Kultur e. V.
c/o Kulturzentrum Galerie Arabeske
Dossenheimer Landstrasse 69, 69121 Heidelberg

Tel. & Fax 06221 436112

Poster zum Download und Versenden an Freunde
(pdf-Datei 317 kB)

 


Arabien erleben 2006, Galerie Arabeske

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 


DIWAN-Abend, Galerie Arabeske  

 

Fotos zu früheren DIWAN-Themenabenden

 

Lisan Magazin 2006/01
(vorgestellt am DIWAN, 29. Juni 2006)

  

 Fort Al Zubara, Qatar

Fort Al Zubara, Qatar
(Qatar, vorgestellt am DIWAN, 30. März 2006)

  

 

Fairuz
(vorgestellt am DIWAN, 26. Januar 2006)

 

 


Umm Kulthum
(vorgestellt am DIWAN, Februar 2005)

 

 

 
info@arabischekultur.de