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An
jedem DIWAN-Abend sind unsere Vereinsräume
ab 19:30 Uhr geöffnet und bieten allen Interessierten die Möglichkeit
in orientalischer Kaffeehaus-Atmosphäre bei Tee,
Kaffee und kleinen Köstlichkeiten, und natürlich
bei einer Wasserpfeife, zusammen sein zu können,
neue Menschen kennenzulernen, miteinander zu reden oder
einfach nur arabischer Musik zu lauschen. Um
20:15 Uhr wird dann aus der reichhaltigen Welt der
arabischen
Literatur zu einem monatlich neuen Thema gelesen
(auf Deutsch). Auch die Arabische Musik ist ein wichtiges Thema
unserer DIWAN-Abende. Ende der Veranstaltung ist jeweils
gegen
22 Uhr.
An
diesem ersten DIWAN des Jahres, am 13. Januar 2012, „entführen“ uns unsere Freunde und
Mitglieder Gisela Kerntke und Dieter Dumont nach Usbekistan, in das „Herz
Zentralasiens“ und in das Land der Ornamentik, das sie im Mai 2011 bereisten.
Zahlreiche
Bilder und ihre Reiseberichte lassen uns teilhaben an dieser besonderen
Begegnung mit der „Perle der ehemaligen großen Seidenstraßen“ – wir begeben uns
in die Städte Taschkent und nach Samarkand, dem einstigen Zentrum der
islamischen Zivilisation; nach Buchara, der alten Hauptstadt der Emire, des
Handels und des Islams, und nach Chiwa, inmitten mächtiger Wüsten mit ihren
eindrucksvollen Architekturdenkmälern und Sehenswürdigkeiten.
Die
unterschiedlichen Ausdrucksformen der Ornamentik, die als Kunstform und im
Handwerk in Usbekistan heute noch eine traditionelle Rolle spielen, sind
Zeugnisse der großen Blütezeit von Handel, Architektur, Wissenschaft und Religion.
Am
DIWAN, am 25. November
2011, stellte
Sabine Schmidt das
Buch "Erzähl mir vom Paradies"
des algerischen
Autors Boualem Sansal vor. Einführung
und Diskussion - Ammar Braik und Nadja Madani.
Boualem Sansal
erhielt in diesem Jahr bei der Frankfurter Buchmesse den Friedenspreis des
Deutschen Buchhandels. Anlass für die Freunde Arabischer Kunst und Kultur, das
Werk des algerischen Schriftstellers vorzustellen und seine Stellung unter den
kritischen Autoren näher zu durchleuchten.
Sein Roman
„Erzähl mir vom Paradies“ erzählt
aus dem Leben der unterschiedlichen Besucher der "Bar des Amis" in
Algier, Treffpunkt einer fröhlichen Truppe: ein Schriftsteller, ein alter
Widerstandskämpfer, ein Verliebter, Doc Tarik und andere. Bei Zigarettenrauch
und endloser Trinkerei kursieren die unglaublichsten Geschichten. Hier wird
Algerien neu erfunden: Zwischen Traum, Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht
und dem Elend des Alltags - längst weiß man nicht mehr, was wohin gehört. Die
nackte algerische Wahrheit klingt so irreal, dass niemand sie glauben würde. Zum
Beispiel die Geschichte von Tarik, dem Arzt, dessen Erlebnisse vom Kampf gegen
die Cholera und Krankenhausverwaltung über Begegnungen mit der Staatssicherheit
und Gefängnis dorthin führen, wo die Welt zuende ist. Tariks Bericht wird zu
einer Bestandsaufnahme des heutigen Algerien zwischen Farce und Alptraum ... "
(Auszug/Klappentext)
Boualem Sansal,
geboren 1948 in Teniet el Had in Algerien, studierter Ingenieur und Ökonom war
bis zu seiner Entlassung im Frühjahr 2003 Direktor im algerischen
Industrieministerium. Für sein Debüt
„Le Serment des Barbares“ erhielt er in Frankreich 1999 den Prix du
Premier sowie weitere Auszeichnungen (u. a. „Michel-Dard-Literaturpreis“). Bis 2006 folgten
vier weitere Romane, die alle ins Deutsche übersetzt wurden. Nach der
Veröffentlichung seines „Journal intime et politique, Algérie 40 ans après“
(Persönliches und Politisches Tagebuch, Algerien, 40 Jahre danach) und seiner Kritik
an den algerischen Zuständen wurde Sansal im Ministerium gekündigt. Seit er
ausschließlich als Schriftsteller tätig ist, beschäftigt sich Sansal
vorwiegend mit historischen Stoffen. Wie sein episches Erzählwerk über die
Epoche der Berber-Herrschaft mit „Le serment des barbares“ (Der Schwur
der Barbaren) und sein Roman „Le village de l’allemand ou Le journal des frères
Schiller“ (Das Dorf des Deutschen oder das Tagebuch der Brüder Schiller), das
von der Beteiligung eines früheren deutschen Nazis an der Ausbildung der
Befreiungsbewegung FLN im algerischen Unabhängigkeitskrieg erzählt und von
den
Auswirkungen des Bürgerkrieges der 1990er Jahre auf ein Dorf.
Sansal, der mit
seiner Familie in der Nähe von Algier lebt, meldet sich auch zu Wort mit
Essays, Briefen und Interviews auch aus Anlass des arabischen Frühlings –
allerdings nur auf Französisch.
Auswahl
deutschsprachiger Ausgaben: Das verrückte Kind aus dem hohlen Baum - Der Schwur
der Barbaren - Erzähl mir vom Paradies - Harraga - Das Dorf des Deutschen oder
das Tagebuch der Brüder Schiller.
Unser
Mitglied Gisela Kerntke hat am DIWAN-Abend, am 19. August 2011,
den zweiten Roman "Die Orangen des
Präsidenten" von Abbas Khider vorgestellt. Ein Werk, das stark mit
der "Arabischen Revolution", deren Ursachen und der Frage, ob es
"nur viel Geduld braucht, bis die Freiheit sich durchsetzt"
verbunden ist - ein Thema, das den Alltag vieler inzwischen stark
beeinflusst. Der
in Deutschland lebende und in deutscher Sprache schreibende Iraker
beschwört in seinem zweiten Roman die Schrecken von Saddam Husseins
Regime. Abbas Khider kennt die politischen Verhältnisse in den
arabischen Ländern gut und war selbst dabei, als auf dem
Tahrir-Platz demonstriert wurde. Nach Khiders eigenen Erfahrungen
markieren die arabischen Revolten einen historischen Moment. Mahdi
Muhsin, der Erzähler aus diesem Roman, gerät Ende der 80er Jahre,
am letzten Tag seiner Abiturprüfungen, zufällig in die Hände des
irakischen Regimes und wird ohne Anklage oder Prozess in ein
Gefängnis gesperrt und gefoltert. Permanent gedemütigt lassen Mahdi
und seine Mithäftlinge die Folter über sich ergehen, flüchten sich
in Wahnvorstellungen und müssen mit ansehen, wie einer nach dem
anderen die Torturen nicht überlebt. Schlimmer als die Prügel ist
der Hunger. Erst die amerikanischen Luftangriffe im Krieg um Kuwait
bringen die Befreiung, die "überwältigend in ihrer Einfachheit"
erst wieder erlernt werden will.
Mit
lakonischer und ernster Sprache erzählt Abbas Khider von den
Grausamkeiten in irakischen Gefängnissen. "Seine Darstellung
berührt durch ihre Beiläufigkeit, die sich nicht zuletzt der
schützenden Distanz der verwendeten Fremdsprache verdankt"
(Tagesspiegel). In Rückblenden erfahren wir aus Mahdis jungem Leben
mit behüteter Kindheit.
Abbas
Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. 1996 floh er nach zweijährigem
Gefängnisaufenthalt aus dem Irak und irrte vier Jahre als
"Illegaler" durch verschiedene Länder. Seit 2000 lebt er in
Deutschland, studierte Philosophie und Literaturwissenschaft in
München und Potsdam. Zurzeit lebt er in Berlin. Sein erster Roman:
"Der falsche Inder" wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.
Am
DIWAN-Abend, am 20. Mai 2011, hat unsere Vorstandsvorsitzende
Nadja Madani-Moudarres den Roman "Chicago"
des ägyptischen Autors Alaa al-Aswani vorgestellt
und Gelegenheit zur weiteren Diskussion zu den heftigen Umwälzungen in
vielen arabischen Ländern gegeben.
Der ägyptische
Schriftsteller, Journalist und inzwischen führende Aktivist in der jungen
Demokratiebewegung im Ägypten nach Mubaraks Abgang lässt auch in seinem Roman
"Chicago" kritisch und geistreich die unterschiedlichsten Milieus der
ägyptischen Gesellschaft für den westlichen Leser lebendig werden - diesmal
nicht in der Kairoer Altstadt, sondern an der Chicagoer Universität . Auch
Al-Aswanis zweiter Roman, deutsch im Baseler Lenos Verlag erschienen und
"hervorragend übersetzt von Hartmut Fähndrich, ist ein fesselndes Stück
arabischer Gegenwartsliteratur". Alaa al-Aswani wurde am 26. Mai 1957 als Sohn des Anwalts und
Schriftstellers Abbas al-Aswani in Kairo geboren. Er besuchte das französische
Gymnasium und studierte in Kairo und Illinois (USA) Zahnmedizin. 1989 begann
der Autor mit der Arbeit am Roman Jakubijân-Bau ("Imarat Ya'qoubian"), der
2002 auf arabisch erschien und für sehr großen Aufruhr sorgte (wurde bereits
von Gudrun Sidrassi-Harth im DIWAN vorgestellt). Al-Aswani schloss sich
früh der Oppositionsbewegung "Kifaja" an, die die korrupten Eliten Ägyptens
für die Misere im Land verantwortlich macht und damit den Staat und die
religiösen Autoritäten herausfordert. Zum Buch "Chicago": "Ägypter fern der Heimat bilden das
Hauptpersonal des Romans "Chicago" des ägyptischen Schriftstellers Alaa
al-Aswani. Erneut arbeitet der Autor des Weltbestsellers Der Jakubijân-Bau mit
einem einfachen, deswegen aber nicht weniger wirkungsvollen ästhetischen
Trick. Hat er in seinem inzwischen auch erfolgreich verfilmten Romanerstling
ein traditionsreiches Haus und seine Bewohner in der Kairoer Altstadt dazu
genutzt, einen so spannungsgeladenen wie tabulosen Blick auf die zerrissene
ägyptische Gesellschaft unserer Tage zu werfen, wendet er sich mit Chicago nun
dem Problem des Aufeinanderstoßens unterschiedlicher Kulturen zu. Jene
Menschen, deren Lebenswege das Buch für eine kurze Zeit begleitet, leben -
teils schon Jahrzehnte - in der Fremde. Es sind knapp 20 Personen, deren
Schicksale der Roman miteinander verflicht - Professoren und Stipendiaten,
deren Freunde und Rivalen, Ehefrauen und Geliebte, Kinder und all jene
Angehörigen, die man in der Heimat zurückgelassen hat. Ihr Treffpunkt ist das
Histologische Institut der Chicagoer Universität - ein Ort, den al-Aswani aus
eigener Anschauung gut kennt, denn in Chicago hat der heute als Arzt,
Journalist und Schriftsteller in Kairo Lebende einst Zahnmedizin studiert.
Allerdings begrenzt der Roman seine Schauplätze nicht auf Hörsäle und
Seminarräume. Schnell spannt er sein erzählerisches Netz aus über die gesamte
ägyptische Diaspora in Amerika, bezieht Figuren jeglicher politischen Couleur
mit ein und gipfelt in einem Besuch des Präsidenten Mubarak bei seinen
Landeskindern jenseits des Atlantiks.
All das bietet Alaa al-Aswani reichlich Gelegenheit, mit Korruption
und Liebedienerei, religiösen Fesseln und überholten Eheauffassungen,
gesellschaftlichen Hierarchien und den Vorteilen, die ein schmieriger
Opportunismus bringen kann, abzurechnen. So viel Ägypten- und Islamkritik aber
auch in den Roman eingeflossen ist, zeigt das Scheitern jener Figuren, die
sich scheinbar völlig von ihrem Herkommen gelöst und die westliche Lebensweise
angenommen haben, aber doch, dass dies der falsche Weg ist. Und mit der Figur
des Nâgi Abdalsamad, der als Einziger Ich sagen darf und eine Art
Selbstporträt des Autors darstellt, wird zusätzlich für aktive Opposition und
das Festhalten am Traum von einem demokratischen Ägypten
plädiert." Rezension aus: Poetenladen, Dietmar
Jacobsen -
22.04.2008
Im Mittelpunkt des
DIWAN-Abends, am 04.
Februar 2011, standen Leben und Werk des
syrischen Dichters Nizar Qabbani, der von Ammar Braik und unserer Vorstandsvorsitzenden
Nadja
Madani-Moudarres vorgestellt wurde. Verschiedene Entwicklungungen und
Lebensphasen des Dichters, verbunden mit einer Epoche, in der die
arabische Gesellschaft mit entscheidenden politischen Entwicklungen
konfrontiert wird, prägen sein Werk. Nizar Qabbani (Damaskus
1923-1998 London) hatte als Dichter einen
ähnlich wichtigen Stellenwert wie die "Großen" der arabischen Musikwelt. Er
übermittelte Botschaften an sein Publikum und wurde teilweise zum
Repräsentanten seiner Gesellschaft, der er seine Gedanken in einer einfachen, aber zugleich
sehr lyrischen Sprache mitteilte, einer Sprache, die klassisch und eingängig war, in
natürlichem Tonfall, mit einfachen Bildern und blumigen, doch unverblümten Worten.
Wir
freuen uns über Ihren Besuch! Eintritt: frei;
Spenden für Tee, kleine Leckereien und angenehme
Atmosphäre werden gern angenommen!
Termine:
Einmal pro Monat an einem Donnerstag oder Freitag,
20 - 22 Uhr
(zum
Seitenanfang zurück)
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Termine
2012
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Reise nach Usbekistan – das Herz Zentralasiens und
Land der Ornamentik |
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Termine
2011
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Vorstellung des
algerischen Autors Boualem Sansal
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Der
Roman "Die Orangen des Präsidenten" des deutsch-irakischen
Schriftstellers Abbas Khider
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Der
Roman "Chicago" des ägyptischen
Schriftstellers Alaa al-Aswani
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Leben
und Werk des syrischen Dichters Nizar
Qabbani
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Terminvorschau
2012
Freitag, 24.
Februar
2012: DIWAN: Der arabische Frühling:
Vorstellung von Neuerscheinungen zu diesem Thema von Nadja Al Madani,
Sabine Schmidt, Ammar Braik, Dr. Susan Hamadeh, Gisela Kerntke
Freitag, 23. März
2012: DIWAN: Vorstellung des algerischen Autors Malek
Haddad durch
Ammar Braik. Begrüßung und Einführung: Sabine Schmitt
Freitag, 27. April
2012: Vortrag und eine Ausstellung über arabische
Kalligraphie Ismat Amiralai
Freitag, 25. Mai 2012:
DIWAN mit Nadja Al Madani: Literatur aus Saudi Arabien
Begrüßung und Einführung: Dr. Susan Hamadeh
Samstag, 16. Juni 2012:
Feier zum 10-jährigen Bestehen des Vereins
im Hof der Arabeske. Orientalisches Essen. Eintritt: 15 €/12 €
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Freunde
Arabischer Kunst und Kultur e. V. c/o Kulturzentrum Galerie Arabeske Dossenheimer Landstrasse
69, 69121 Heidelberg
Tel.
& Fax 06221
436112
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Poster
zum Download und Versenden an Freunde
(pdf-Datei 317 kB)
 Arabien
erleben 2006, Galerie Arabeske
 



 DIWAN-Abend,
Galerie Arabeske
Fotos
zu früheren DIWAN-Themenabenden
Lisan
Magazin 2006/01 (vorgestellt am DIWAN, 29. Juni 2006)

Fort
Al Zubara, Qatar (Qatar, vorgestellt am DIWAN, 30.
März 2006)

Fairuz (vorgestellt
am DIWAN, 26. Januar 2006)
 Umm
Kulthum (vorgestellt
am DIWAN, Februar 2005)
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